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AL10116 Schwenningen - die 'Mutter Baden-Württembergs' (und mehr) 101 Jahre Vereinigung Baden-Württemberg, 70 Jahre Südweststaat, 50 Jahre Verbundene Stadt Ein Beitrag auch zur 'Archäologie der Demokratie' am obersten Neckar

Status Kurs abgeschlossen
Beginn Mi., 23.11.2022, 19:00 - 20:30 Uhr
Kursgebühr 10,00 €
kostenfreien Rücktritt bis 09.11.2022
Dauer 1 Termin
Kursleitung Michael J. H. Zimmermann

Villingen-Schwenningen, als 'Baden-Württemberg-Stadt' im 'Quellenland' (der Demokratie?) beworben, ist gewiß mehr als ein (roter) Doppelpunkt auf der Landkarte, hinter dem der Aussagesatz fehlt. Nicht nur für ein Modell (der Gemeindereform) mag die Doppelstadt stehen, die alte Grenzen überwindet, scheint sie doch Unmögliches Wirklichkeit werden zu lassen - wie den Neckar-Verlag Herbert Holtzhauers an der Brigach z. B., der nach den Erfahrungen der NS-Diktatur erst in Schwenningen, dann in Villingen politisch und wissenschaftlich an der geistigen Grundlegung der Bundesrepublik mitgewirkt hat. Schwenningen zumindest darf zudem mit Fug und Recht als 'Mutter Baden-Württembergs' gelten: 1911 schon riefen die Fortschrittsliberalen im Umfeld des Uhrenfabrikanten Richard Bürk mit dem einflußreichen Landtags- und Reichstagsabgeordneten Conrad Haußmann als geistigem Vater der .Baar-Zeitung" (und prominentestem Mitglied der Museumsgesellschaft) in der Grenzstadt zur Gründung eines Staatenbunds des Südens als einer 'Föderation des Friedens, des Fortschritts und der Freiheit' innerhalb des Reichs 'gegen Militarismus und Marinismus, Preußens Junkertum und Kriegstreiberei'. In den Familien Bürk und Haußmann war bei allem Sinn für das Machbare der Wunschtraum einer schwäbischen Eidgenossenschaft aus den Tagen von 1848 noch lebendig. 1921, die' Monarchien als Hemmnis waren Geschichte, Haußmanns Bemühungen auf Reichsebene um eine Vereinigung wenigstens von Baden, Württemberg und Hohenzollern nicht von Erfolg gekrönt, brachten auf kommunaler Ebene die Grenzstädte Schramberg, das wie Schwenningen schon lange davon überzeugt war, daß 'alte zwecklose Grenzen - fallen' müssen, wovon wie die Bundeslade des Schiltacher Städtetags von 1892 das 1895 errichtete 'Baden-Württemberg-Haus' in Schrambergs Oberndorfer Straße beredtes Zeugnis ablegt, Bewegung in die stockende Reichsreform zur Neugliederung der Länder, Stadtschultheiß Eugen Ritter (Schramberg) und Oberbürgermeister Emil Braunagel (Schwenningen) Bewegung in die stockende Reichsreform zur Neugliederung der Länder: Und sie fanden in Villingens Bürgermeister Guido Lehmann, einem frühen Befürworter von Länder- und Städtefusionen, Unterstützung. Als Mitglied des, Reichswirtschaftsrats hielt er die 'Vereinigung der Südweststaaten für zweifellos erwünscht', die verstärkte Zusammenarbeit der Städte dies- und jenseits der Ländergrenze aber für dringend erforderlich, ohne dabei einen Zusammenschluß von Villingen und Schwenningen in der Zukunft auszuschließen. In der Tat stritten hinfür Schwenninger und Villinger immer wieder Seit' an Seit' in dieser Frage. Nach 1945 erwiesen sich beide Städte als 'Motor' der Südweststaatsgründung - mit Herbert Holtzhauer (Schwenningen) und Ernst Haas (Villingen) im Hauptausschuß der 'Arbeitsgemeinschaft für die Vereinigung Baden-Württemberg'. Und die stand in der Tradition des 'überparteilichen Arbeitsausschusses für den Zusammenschluß' aus Reichs- und Landtagsabgeordneten sowie Vertretern der Städte, der Wirtschaft und der Wissenschaft als 'privater Vereinigung' (Bürgerinitiative), die Emil Braunagel 1921 ins Leben rief und dem kommenden Staat bereits den Namen 'Baden- Württemberg' zulegte. Schwenningens Oberbürgermeister Otto Gönnenwein, der schon 1918 den Zusammenschluß propagierte, gilt mit Fug und Recht als einer der 'Gründungsväter des Südweststaats' - auch seiner Verdienste um die Landesverfassung wegen. Freilich war der Weg von der 'schwäbischen Eidgenossenschaft' über 'das freie Alemannien' zum heutigen 'Südweststaat' kein kerzengerader ohne ersehnte Abzweigungen und Alternativen. Keine Stadt aber darf sich mit größerem Recht als Villingen-Schwenningen mit Schramberg freuen, zeugen im 'Kreißsaal' von Schwarzwald und Baar - Preßwehen von der schweren und langen Geburt eines Bundeslandes.

In Kooperation mit der 'Bürgergesellschaft zum Museum Schwenningen von 1834'

Anmeldung erforderlich.



Kurs abgeschlossen

Kursort

EG; Raum 107, Dr.-Christel-Pache-Saal

Metzgergasse 8
78054 Villingen-Schwenningen

Termine

Datum
23.11.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Metzgergasse 8, vhs Metzgergasse; EG; Raum 107, Dr.-Christel-Pache-Saal